Vollwärmeschutz (WDVS)
Mit einem Wärmedämmverbundsystem, kurz WDVS oder Vollwärmeschutz, wird die Außenwand von außen gedämmt und neu verputzt. Das senkt Wärmeverluste über die Fassade, schützt das Mauerwerk und gibt dem Haus ein neues Gesicht.
- System
- Dämmung, Armierung, Oberputz
- Dämmstoffe
- zum Beispiel EPS, Mineralwolle, Holzfaser
- Einsatz
- Sanierung und Neubau
- Aus einer Hand
- Dämmung und Fassadenputz
- Einsatzgebiet
- deutschlandweit
So ist ein Wärmedämmverbundsystem aufgebaut
Ein WDVS ist ein bauaufsichtlich zugelassenes System. Kleber, Dämmplatten, Dübel, Armierung und Oberputz sind aufeinander abgestimmt und werden nur in dieser Kombination verarbeitet.
- MauerwerkDer bestehende oder neue Untergrund, den wir vorab auf Tragfähigkeit prüfen.
- KlebemörtelVerbindet die Dämmplatten mit der Wand. Ob zusätzlich gedübelt wird, hängt von Untergrund, Dämmstoff und Windlast ab. Mineralwolle wird immer gedübelt.
- DämmplatteZum Beispiel aus EPS, Mineralwolle oder Holzfaser, in der festgelegten Stärke.
- Armierungsschicht mit GewebeEin eingebettetes Gewebe verteilt Spannungen und beugt Rissen vor.
- OberputzSchützt das System vor Witterung und bestimmt Struktur und Farbe der Fassade.
Dämmstoffe im Vergleich
Jeder Dämmstoff hat seine Stärken. Die Wahl hängt von Gebäude, Brandschutz, Budget und Ihren Vorstellungen ab.
| Dämmstoff | Eigenschaften | Zu beachten |
|---|---|---|
| EPS (Polystyrol) | leicht, gut zu verarbeiten, wirtschaftlich; Wärmeleitfähigkeit etwa 0,031 bis 0,035 W/(m·K) | Ab etwa 7 m Gebäudehöhe (Gebäudeklasse 4 und 5) sind Brandriegel aus Mineralwolle vorgeschrieben |
| Mineralwolle | nicht brennbar, diffusionsoffen, kann den Schallschutz verbessern | Schwerer als EPS und wird immer zusätzlich gedübelt |
| Holzfaser | nachwachsender Rohstoff, guter sommerlicher Hitzeschutz; Wärmeleitfähigkeit etwa 0,045 W/(m·K) | Für die gleiche Dämmwirkung etwa 30 Prozent dickere Platten als bei EPS |
Worauf es beim Vollwärmeschutz ankommt
Eine Dämmung ist nur so gut wie ihre Anschlüsse. Darauf achten wir besonders.
- Untergrund prüfenTragfähigkeit und Ebenheit prüfen wir vorab. Zusammen mit Dämmstoff und Windlast entscheiden sie, ob zusätzlich gedübelt wird.
- Sockel und SpritzwasserbereichFeuchtebeständige Ausbildung im unteren Fassadenbereich.
- Fenster und LaibungenSaubere Anschlüsse, damit keine Wärmebrücken und keine Feuchte entstehen.
- Ecken und KantenVerstärkt mit Profilen und Gewebe gegen Stöße und Risse.
- BrandschutzBei EPS an Gebäuden ab etwa 7 m Höhe: Brandriegel aus Mineralwolle am Sockel, über dem 1. und 3. Geschoss und unter dem Dach.
- OberflächeStruktur und Farbe nach Wunsch, als Abschluss des Systems.
Häufige Fragen zu Vollwärmeschutz
Weitere Antworten finden Sie in den allgemeinen Fragen.
Lohnt sich ein Vollwärmeschutz?
Bei ungedämmten Außenwänden lassen sich die Wärmeverluste über die Fassade deutlich senken. Wie viel Sie sparen, hängt vom Gebäude, vom heutigen Wandaufbau und von der Dämmstärke ab. Eine Energieberatung gibt dazu belastbare Zahlen.
Wie dick muss die Dämmung sein?
Das hängt vom Gebäude, vom Dämmstoff und von den Anforderungen ab. Wird eine bestehende Außenwand gedämmt, ist gesetzlich in der Regel ein U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K) vorgeschrieben. Für eine Förderung gilt ein strengerer Wert von 0,20 W/(m²K). Die Dämmstärke legen wir mit Ihnen und Ihrem Energieberater fest.
Kann auf den alten Putz gedämmt werden?
Oft ja, wenn der Untergrund tragfähig ist. Wir prüfen vorab Haftung, Hohlstellen und Ebenheit. Davon, vom Dämmstoff und von der Windlast hängt ab, ob die Platten nur geklebt oder zusätzlich gedübelt werden.
Gibt es Förderung für die Fassadendämmung?
Ja. Für die Fassadendämmung gibt es einen staatlichen Zuschuss, derzeit 15 Prozent, oder alternativ eine Steuerermäßigung. Beides zusammen geht nicht. Für den Zuschuss brauchen Sie einen Energieberater, und der Antrag kommt vor Beginn der Arbeiten. Die aktuellen Bedingungen klären Sie am besten mit Ihrem Energieberater.
